Infos für Auszubildende

Inhalt

  1. Allgemeine Infos zur Teilzeitberufsausbildung
  2. Ablauf der Teilzeitberufsausbildung
  3. Branchen
  4. Urlaub und Gehalt
  5. Vor- und Nachteile

Allgemeine Infos

Ein qualifizierter Berufsabschluss ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem Menschen mit Familienverantwortung oder in besonderen Lebenslagen haben es aber oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. In dieser Situation bietet eine Ausbildung in Teilzeit neue Wege, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen.

Was versteht man unter einer Teilzeitberufsausbildung?

Um mehr Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, gibt es die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Teilzeitausbildungen finden, wie der Name schon sagt, mit verringertem Stundenumfang statt. So können Auszubildende trotz erschwerender Umstände in einem Betrieb tätig sein. Den rechtlichen Rahmen gibt das Berufsbildungsgesetz (BBIG) vor.

Wer kann eine Ausbildung in Teilzeit absolvieren?

Seit der Modernisierung des BBIG können seit Anfang des Jahres ALLE eine Teilzeitberufsausbildung absolvieren. Dies ermöglicht vor allem Menschen, die zum Beispiel aus familiären oder gesundheitlichen Gründen, aufgrund von Lernschwierigkeiten oder einer Behinderung keine Ausbildung in Vollzeit machen können, einen erleichterten Zugang zu Ausbildungsberufen.

Wie funktioniert eine Teilzeitberufsausbildung?

Bei einer Teilzeitberufsausbildung werden die wöchentlichen oder täglichen Arbeitsstunden im Betrieb gekürzt – dies ist ganz individuell möglich, darf aber nicht unter 50 Prozent der Regelarbeitszeit liegen! Die reduzierten Arbeitszeiten können flexibel an die jeweiligen Betriebsabläufe angepasst werden. Unternehmen und Auszubildende einigen sich auf eine reduzierte Stundenzahl und sprechen ab, wann diese Stunden geleistet werden. Die Berufsschule wird im normalen zeitlichen Umfang besucht.

Und wie lange dauert eine Teilzeitberufsausbildung?

Oftmals wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich der Ausbildungszeitraum durch eine Teilzeitausbildung verlängert. Das ist allerdings nicht unbedingt der Fall. Durch die Flexibilität der Teilzeitberufsausbildung lässt sich auch die Ausbildungszeit frei anpassen. Verkürzte Arbeitszeit bedeutet dementsprechend nicht zwingend eine verlängerte Ausbildungsdauer: So ist es trotz verkürzter Arbeitszeit möglich, die Ausbildung in Teilzeit innerhalb von drei Jahren abzuschließen.

In welchen Berufen kann man eine Teilzeitausbildung absolvieren?

Generell ist es möglich, in jedem dualen Ausbildungsberuf eine Teilzeitausbildung zu absolvieren. Einzige Voraussetzung: Auszubildende und Betrieb müssen sich einig sein! Dann kann der Antrag bei der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer eingereicht werden. Dort wird entschieden, ob die Ausbildung wirklich in der angedachten Zeit abgeschlossen werden kann, oder ob der Ausbildungszeitraum verlängert werden muss. Manche Branchen bieten eher Teilzeitausbildungen an, als andere. Im Folgenden werden Branchen vorgestellt, in denen Teilzeitausbildungen bereits üblich sind:

Wie steht’s um Urlaub und Gehalt?

Die Flexibilität der Teilzeitberufsausbildung führt dazu, dass es hinsichtlich Gehalt und Urlaubsanspruch keine einheitliche Lösung gibt. Das Gehalt ist ein kniffliger Punkt, da es dem Ausbildungsbetrieb freigestellt ist, ob dieser die volle Vergütung zahlt oder sie an den reduzierten Stundensatz anpasst. Ähnlich sieht es mit dem Urlaubsanspruch aus, denn dieser richtet sich ebenso nach der zu leistenden Arbeitszeit.

Welche Vor- und Nachteile bietet eine Teilzeitausbildung?

Eine Teilzeitausbildung erleichtert den Zugang zur Berufsqualifizierung enorm. Deshalb stehen die Vorteile dieses Modells, das auf die individuellen Lebensbedingungen der Auszubildenden abgestimmt ist, klar im Vordergrund:

  • Familie und Beruf lassen sich besser vereinbaren
  • Mehr Flexibilität im alltäglichen Leben
  • Ein Berufsabschluss erhöht die Chancen auf einen Arbeitsplatz und bessere Verdienstmöglichkeiten

Außerdem muss ein bestehendes Ausbildungsverhältnis nicht wegen der Elternzeit abgebrochen werden, sondern kann in auch Teilzeit fortgesetzt und beendet werden. Zudem ist eine Anrechnung bereits geleisteter Ausbildungszeit möglich.

Eine Teilzeitausbildung bietet zahlreiche Vorteile, die vor allem im Hinblick auf die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf überzeugen. Dafür müssen anderen Stellen möglicherweise Kompromisse eingegangen werden. Vor allem die Bezahlung kann von der einer regulären Berufsausbildung abweichen. Aufgrund der reduzierten Arbeitszeit im Betrieb kann das Unternehmen die Vergütung kürzen. Das muss allerdings nicht zwingend passieren: Diese Entscheidung liegt beim Unternehmen und sollte vor Ausbildungsbeginn geklärt werden.

Für Azubis hier ein Tipp: Die Vergütung kann durch unterschiedliche Fördermöglichkeiten aufgestockt werden. Zum Beispiel mit der Berufsausbildungsbeihilfe der Arbeitsagentur für Arbeit.

Ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden sollte: Die verkürzte Arbeitszeit führt dazu, dass Inhalte, die im Rahmen der betrieblichen Ausbildungszeit vermittelt werden, oftmals schneller gelernt und umgesetzt werden müssen. Dies bezieht sich allerdings ausschließlich auf den praktischen Teil der Ausbildung, da der Unterricht in der Berufsschule in vollem Umfang stattfindet.