FAQ – Fragen und Antworten

Die FAQs geben Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Teilzeitberufsausbildung:

Eine Teilzeitausbildung ist eine ganz normale Ausbildung – aber mit reduzierten Stundenanteil.

Bei einer Teilzeitberufsausbildung werden die wöchentlichen oder täglichen Arbeitsstunden im Betrieb gekürzt – dies ist ganz individuell möglich, darf aber nicht unter 50 Prozent der Regelarbeitszeit liegen! Die reduzierten Arbeitszeiten können flexibel an die jeweiligen Betriebsabläufe angepasst werden.

Je nach Verkürzung der Stunden, verlängert sich auch die Ausbildungsdauer insgesamt. Aber max. um 1,5 Jahre.
Allerdings kann je nach Vorbildung/Vorerfahrungen zu Beginn direkt eine Verkürzung der Ausbildungszeit beantragt werden, so dass die reguläre Ausbildungsdauer bestehen bleibt. Dies muss immer im Einzelfall geprüft werden.

Generell ist es möglich in jedem anerkannten Beruf des dualen Ausbildungssystems (z.B. im Handwerk oder im kaufmännischen Bereich) eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Dabei können alle Betriebe die ausbilden, auch in Teilzeit ausbilden.

ALLE – seit dem 1.1.20 ist dies für alle Azubis möglich. Besonders für Mütter und Väter, aber auch für Personen, die einen Angehörigen pflegen müssen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Lernbeeinträchtigungen sowie auch Hochleistungssportler ist das interessant. Frauen, die während der Ausbildung schwanger werden, können ihre Ausbildung in der Schwangerschaft oder nach dem Mutterschutz bzw. nach der Elternzeit in Teilzeit fortsetzen. Voraussetzung ist, dass der Betrieb und die/der Azubi sich einig sind.

Die Anzahl der Stunden wird ganz individuell zwischen Betrieb und Azubi besprochen. Die vereinbarten Wochenstunden werden dann im Ausbildungsvertrag festgelegt. Die vereinbarte Arbeitszeit darf aber nicht unter 50 Prozent der Regelarbeitszeit liegen.

Ja. Vor allem wenn der*die Teilzeitauszubildende an einem Tag pro Woche keine Kinderbetreuung, einen festen medizinischen oder therapeutischen Termin oder festes Training hat, kann z. B. eine 4-Tage-Woche vereinbart werden.

Die Anzahl der Urlaubstage hängt von den wöchentlichen Arbeitstagen ab. Ist der*die Auszubildende zum Beispiel an fünf Tagen pro Woche im Betrieb und in der Berufsschule, hat er*sie den gleichen Urlaubsanspruch wie eine Vollzeitkraft. Ist er*sie weniger als fünf Tage pro Woche im Betrieb, reduziert sich der Urlaubsanspruch anteilig. Bei einer 6 -Tage - Woche erhöht sich der Urlaubsanspruch ebenso anteilig.

Nein, Teilzeitauszubildende besuchen den regulären Berufsschulunterricht. Auch die überbetrieblichen Lehrgänge in den Handwerksberufen werden nicht verkürzt. Die zeitliche Verkürzung betrifft nur die Zeiten im Betrieb.

Die Ausbildungsvergütung orientiert sich am Ausbildungsberuf und an der vereinbarten Wochenstundenzahl. Wird die Wochenstundenzahl von 40 Stunden einer Vollzeitausbildung um beispielsweise 75 Prozent auf 30 Stunden pro Woche gekürzt, wird auch die Ausbildungsvergütung um 25 Prozent gekürzt. Der Arbeitgeber kann aber auch die volle Ausbildungsvergütung zahlen.

Ja. Die Teilzeitausbildung ist seit 2005 im §§ 7a und 8 im Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und § 27b HwO gesetzlich verankert. Durch das Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung (Berufsbildungsmodernisierungsgesetz) wurden die Möglichkeiten für Teilzeitberufsausbildung ab dem 1. Januar 2020 erweitert, sodass nun jede*r eine Ausbildung in Teilzeit absolvieren kann.

Jeder Betrieb, der ausbildet, kann auch in Teilzeit ausbilden. Die Teilzeitausbildung wird schriftlich im Ausbildungsvertrag vereinbart oder in einer Zusatzvereinbarung festgelegt und mit Einreichung des Ausbildungsvertrags bei der zuständigen Kammer beantragt.

Als Unternehmer*in haben Sie die viele Möglichkeiten, die Teilzeitausbildung bekannter zu machen:
Berichten Sie zum Beispiel in Ihren Unternehmensnetzwerken von den Möglichkeiten und Ihren Erfahrungen. Falls Sie bereits in Teilzeit ausbilden, machen Sie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Oder berichten Sie in den Sozialen Medien von Ihren Erfahrungen.

Fragen rund um die Teilzeitausbildung beantworten die zuständigen Kammern und Verbände, die Arbeitsagenturen und Jobcenter. Die Ansprechpartner finden Sie hier.

Die zuständige Arbeitsagentur berät über mögliche zusätzliche Leistungen:

  • Berufsausbildungsbeihilfe
  • Für Eltern: Elterngeld, Kindergeld
  • Sozialgeld